Zeit für KreativitätAm 23.09.2006 pünktlich morgens um 9.00 Uhr begrüßte Frau Dr. Diedrichs die angereisten Gäste aus Nah und Fern und informierte sie über die Ergebnisse der Jahreshauptversammlung vom Vortage.Sodann erläuterte sie das Generalthema dieser Tagung, das mit Kombinationsprothetik und Implantologie sich konsequent in die Abfolgen unserer Tagungen, insbesondere aber auch gerade der letztjährigen in Warnemünde, einfügt. Ausblickend - unter der stattgefundenen Veränderung des Clubs - verwies sie bereits an dieser Stelle auf das kommende Jahr, welches sich dann, - auch wiederum aufbauend auf heute - mit der Generalthematik CAD/CAM und Galvano beschäftigen solle. Mit der Feststellung: „Unser Club bleibt, ohne und mit der Firma Wieland!“ ging sie zunächst zur Ehrung verdienter und langjähriger Mitglieder über: Dr. Thomas Höner, Manfred Spänle, Thomas Wiedemann und Hussein Beydoun sowie Frau Xenia Rademacher, für ihre engagierte und professionelle Unterstützung bei der Ausrichtung unserer Jahrestagungen. Danach rief sie den ersten Vortag auf, Herrn ZTM Schnellbächer mit seinem Thema -Präzise Prothetik mit Galvano und CAD/CAM- Herr Schnellbächer beschäftigte sich zunächst mit der Materialentwicklung der vergangenen 15 Jahre und zeigte auf, dass es einen eindeutigen Trend vom Werkstoff Titan, welches sich in der Verarbeitung als zu speziell erwiesen hat, zum Zirkondioxid gegeben hat. Dieses Material scheint nach heutigen Erkenntnissen alle Wünsche zu erfüllen und erweise sich in der Be/Verarbeitung deutlich günstiger. Die physikalischen Eigenschaften sprechen bei einer Härte von 900-1200 MPa deutlich für Stabilität, es ist äußerst biokompatibel. Es eigne sich hervorragend als hochfeste Gerüststruktur und sei mit speziellen low-fusing Materialien keramisch verblendbar. Es sei das Material, das erstmalig in der CAD/CAM-Technik Fertigungsqualitäten aufweise, die reproduzierbar seien. Konsequenterweise werden in seinem Labor inzwischen 50% aller Arbeiten in dieser Technik gefertigt. Anhand sehr anschaulicher Bilder wurde der Herstellungsprozess von der Modellherstellung über das Einscannen zur virtuellen Objektgestaltung/-design und dem anschließendem Fräsvorgang mit dem abschließendem Sinterprozess sehr gut nachvollziehbar demonstriert. Die Verbindung zur AGC-Technik geschieht bei unserem Clubmitglied ZTM Schnellbächer mit der Methode nach Willershäuser. Er schätzte besonders den Vorteil, dass hier die erstellte Doublierform jederzeit eine Instandsetzung –falls nötig - ermöglicht. In der Diskussion zu CAD/CAM gefertigten Zirkonoxidgerüsten wurde hierzu nochmals die Standarisierbarkeit des Fertigungsprozesses hervorgehoben, die eigentlich nur durch Fehleinstellung während des Sinterprozesses manipulierbar wäre. Die Frage, wie und was an Microrissen und Brüchen zu erwarten ist, müsse jedoch erst die Zukunft zeigen. Nach der ersten Kaffeepause referierte Prof. Dr. Walter Lückerath zu dem Thema: Implantatprothetik mit Galvano-einfach oder kompliziert? Inhalt seines Vortrages war die Frage, wie erfülle ich einen hohen Qualitätsanspruch bei einer gleichzeitigen wirtschaftlichen Fertigung meiner Prothetik und erlange eine mehr als ausreichende monitären Liquidität? Das vorgestellte Konzept hierfür ist das Konzept von „Better in Practice“ - BIP. Prof. Lückerath demonstrierte eine Fülle von Simplifizierungs-Strategien, welche, ohne das Qualitätskonzept zu verlassen, zielführend zu einem zuvor avisierten Ergebnis leiten. Damit dies gelingt, ist eine strukturierte Vorgehensweise unabdingbar. Diese wird über alle Stationen des Entstehungsprozesses von Implantat gestützten Kombinationsprothetiken demonstriert. Danach sei eine Neuanfertigung auf Grund von Fehlern nahezu ausgeschlossen. In der Diskussion nahm Prof. Lückerath Stellung zu den zuvor bereits angesprochenen Mikro/Bruchproblemen und forderte, dass das CAD/CAM Design den individuellen funktionellen Problemen eines Gebiss-Systems Rechnung tragen muss. Sonst würde auch bei dieser Technik Reparaturbedarf entstehen, der aber derzeit zwangsläufig die Neuanfertigung mit sich bringe. Der nachfolgende Vortrag teilte sich auf in zwei Abteilungen und stand unter dem Thema: Ceramic – mage, - keramische Ästhetik mit den Vorteilen innovativer Composite -Technologie. Als erster Vortragender sprach hierzu ZTM Ingo Scholten. Herr Scholten, als Vertreter der Firma Shofu, erklärte zunächst einführend die Entwicklungsgeschichte und die Basischemie der Composite. Zur organischen Basis mit Basis-Monomeren und deren Co-Polymere gesellen sich Stabilisatoren und Initiatoren sowie Akzeleratoren. Füllstoffpartikel in den unterschiedlichsten Körnungen sorgten in der Vergangenheit für eine Generation nach der anderen bei diesem Werkstoff. Ebenso haben die Haftvermittler, die Silane, entscheidenden Fortschritt bewirkt. Campher-Chinon als Initiator der photosensiblen Systeme verlangt als Initiator der Kettenreaktion eine exakte Einhaltung von 480 nM durch die Lichtquelle. Insofern ist die Qualität der Verarbeitung hiermit proportional. Die neueste Entwicklung der Composite bewege sich seit ca. 2003 auf der Basis der Füller im Nanobereich. Elektronenmikroskopisch imponiert hierbei eine äußerst homogene Oberfläche bei korrekter Einhaltung aller Verabeitungsempfehlungen. Das vorgestellte Material Ceramage biete nahezu keramik-identische Eigenschaften, wenn das Politurschema in der Ausarbeitung eingehalten wird. Imposant natürlich hierbei die Reparaturoptionen. Die Preise für diese Materialien lagen allerdings über denen von keramischen Massen. German Baer demonstrierte uns dann die Möglichkeiten der rot-weißen Ästhetik im Einsatz von Ceramage. Wenig verwunderlich für den Zuschauer und Zuhörer, dass auch diese Technik ihre Verarbeitungszeit benötigt. Wichtig zu wissen, dass jede einzelne Schichtung ihre Aushärtungsphase benötigt. Das Endergebnis seiner demonstrierten Bemühungen war allerdings eindrucksvoll. Im Folgenden wies uns aus Köln am Rhein kommend, aus der Abteilung von Prof. Kerschbaum, Herr Dipl. Phys. Dr. Franz J. Faber in die Systematik, Möglichkeiten und Grenzen der derzeit gängigen Farbmesssysteme ein. Erklärt wurde uns, wie überhaupt solch ein System Farbe erkennt und misst und welche Toleranzen hierbei zu tolerieren sind. Fazit: In der Hand eines Behandlungsteams können sie wertvolle Hilfsmittel zur Kommunikation und zur Dokumentation sein. Offiziell verkauft gelten von diesen Systemen europaweit ca. 1000 Einheiten. Der aus Hamburg stammende und heute in Bielefeld wohnend und arbeitende ZTM Jan Schünemann demonstrierte anknüpfend an Erkenntnisse des Altmeisters der Totalprothetik Arne Lauritzen die faszinierenden Möglichkeiten der individuellen Gestaltung der Totalen Prothese. Unter in Ansatz bringen der zuvor teilweise schon geschilderten neuen Materialien im Kunststoffbereich konnte er wirklich imposante Ergebnisse zeigen. Derartige exklusive Versorgungen erfordern eine Honororierung von ca. zwei- bis dreitausend Euro. Viele interessante Anregungen fanden insbesondere bei den Technikern großen Anklang. Stefan Leich -Mensch Lach-Yoga –Trainer aus Wiesbaden gab uns daraufhin eine Grundeinweisung in seine Philosophie. Lachen entspannt und zum korrekten Lachen bedarf es angeblich 90% unserer Muskulatur. Babies lachen ca. 300 Mal am Tag, während das beim normalen Erwachsenen auf 30 Mal pro Tag absinkt. -Das ist zu wenig!! Daher -– denkt dran - mehrmals täglich ho-ho-ho- und ha-ha-ha , egal wie die Situation gerade ist, es wird sie verbessern. Wer Probleme hat, sich zwischen Berührungslachen, Milchshakelachen, Rasenmäherlachen, Handylachen und Löwenlachen zu entscheiden, darf Stefan Leich anrufen. Zum Abschluss einer erfolgreichen Tagung beeindruckte Curd Gadau einmal mehr mit seinen wundervollen Impressionen moderner dentaler Techniken eingerahmt ins „hotel california“ der Eagles. Sein abschließender Vortrag fasste dann nochmals den gesamten Tagesablauf zusammen - spannte sozusagen den Bogen – und machte uns Engagierten Mut, zuversichtlich voran zu schreiten, denn High-end Zahnmedizin und Zahntechnik habe nach wie vor in Deutschland einen hohen Stellenwert. Mit Dank an alle Erschienenen und besonders aber an unsere Präsidentin schloss er das Jahrestreffen und wünschte sich, uns alle am 14.09.07 in Heidelberg zu unserer 10jährigen Jubiläumstagung wieder zu sehen. Dr. Erich W. Nippel
|